Red Pitaya

FPGA-Mess- und -Entwicklungsboard, das sich per offener Firmware zum HF-Transceiver für Funkamateure umbauen lässt.

Das Red Pitaya STEMlab 125-14 ist zunächst kein reines SDR-Gerät, sondern ein universelles Zynq-FPGA-Board für Oszilloskop-, Signalgenerator- und Spektrumanalysator-Funktionen. Zum HF-Transceiver wird es erst durch alternative, offen verfügbare FPGA-Firmware — allen voran das Projekt von Pavel Demin, das einen HPSDR-kompatiblen Transceiver für den Betrieb mit gängiger Amateurfunk-Software (z. B. SDR Console, PowerSDR, Quisk) implementiert. Anders als USB-Geräte wie HackRF oder LimeSDR wird das Red Pitaya über Ethernet angesprochen — der Rechner steuert es als Netzwerkgerät an, was auch einen fernbedienten Betrieb erleichtert.

Parameter Wert (STEMlab 125-14)
Abgedeckter Bereich 0 Hz – ca. 60 MHz (HF-Bereich, Nyquist-Grenze bei 62,5 MHz)
ADC/DAC-Auflösung 14 Bit
Sample-Rate 125 MS/s
Kanäle 2× Empfang, 2× Sende (SMA)
Interface Gigabit-Ethernet
Richtpreis ca. 300–340 € (Starter Kit)
Für reine HF-SDR-Anwendungen gibt es mit dem SDRlab 122-16 eine speziell auf 50-Ω-Funktechnik zugeschnittene Variante — 16-Bit-ADC, 50-Ω-Ein-/Ausgänge ab 300 kHz und ultra-rauscharmer Takt, dafür mit ca. 900–1.200 € deutlich teurer als das Allzweck-Board STEMlab 125-14.

Auch GNU Radio lässt sich anbinden: Pavel Demins SDR-Transceiver-Projekt bringt eigene red_pitaya_source- und red_pitaya_sink-Blöcke für GNU Radio Companion mit, die die ADC-/DAC-Kanäle des Boards per UDP über das Netzwerk streamen — Voraussetzung ist die passende FPGA-Firmware aus demselben Projekt. Alternativ unterstützt auch gr-osmosdr das Red Pitaya, sodass sich vorhandene osmocom-basierte Flowgraphs ohne Zusatzblöcke weiterverwenden lassen.

Hersteller-Link: redpitaya.com